"Have a good night and take care!"

Am Samstag war ich auf meiner ersten ghanaischen Beerdigung. Beerdigungen sind hier riesige Feste und fangen Freitagmorgens bei Sonnenaufgang(4uhr) an und gehen bis Sonntagabend Sonnenuntergang. Also am Samstag morgen um 8Uhr wurde ich von einem Freund abgeholt und wir sind zusammen, in schwarzer Kleidung, zur Beerdigung gefahren, die war auf einer Wiese beim Friedhof, auf dieser standen riesige Pavillons und es waren mehr Leute da als beim Goslarer Schützenfest. Die Leute tragen bei Beerdigungen schwarz oder grelles rot, je nach Verwandschaftsgrad. Bei dieser trugen alle schwarz und die Frauen die selbst schon Kinder haben trugen weiße Kleider, mit schwarzen Mustern. Die Frau die gestorben ist, ist nämlich eine Woche nach der Geburt ihres zweiten Kindes gestorben. Und weil das Kind lebt wird weiß getragen um dies zu respektieren, keine Ahnung was da Respekt verdient, ich finde es eher bemitleidenswert, wenn das Baby keine Mutter hat. Obwohl das alles sehr traurig ist, war die Feier gar nicht traurig, es wurde wahnsinnig laute Musik gespielt und alle haben getanzt und das bei 33°C im Schatten. Gegen Mittag bin ich dann mit dem Freund, der mich eingeladen hatte und seinen Freunden zu einer Chop-Bar gefahren um etwas zu essen. Die Fahrt war jedoch nicht ganz einfach, da alle schon fleißig mit Vodka der Toten gedacht haben und fast niemand von den Freunden mehr gerade aus gehen, und schon gar nicht mehr fahren… Wir sind  auf der Feier daher umher geirrt auf der Suche nach jemandem, der nüchtern ist und haben zum Schluss auch jemanden gefunden. Dann sind wir zu zehnt und mit zwei Autos losgefahren. Da es hier alle 50m „rumple Strips ahead“, also so Huckel wie in 30er Zonen gibt, haben auf dem Weg schon zwei im anderen Auto gekotzt. An der chop-bar angekommen haben sich trotzdem alle Essen bestellt… Ich hab Kenkey und Lightsoup gegessen, und die Männer natürlich Banku und Fishsoup, deswegen hat es auch vedammt gestunken am Tisch. Auf der Beerdigung hätte es übrigens auch Essen gegeben, aber wir wollten da nicht essen aus Angst sie hätten mit Leitungswasser gekocht haben können.

Nach dem Essen wurde mit Vodka angestoßen und dann gings zurück zum Friedhof und dort wurde weiter getrunken und zwar „ein großen Bier“.. Nachmittags wurde ich dann nach Hause gefahren und bin erstmal ins Koma gefallen bis um 21Uhr dann wollten wir duschen, weil Anne und ich abends mit zwei Freunden, die auch auf der Beerdigung waren, weg wollten, Aber es gab keinen Strom, daher mussten wir alles im Dunkeln machen und geschminkt haben wir uns mit Hilfe unserer Handy Taschenlampen, da Die großen Akku-Lampen im Haus natürlich nicht geladen waren. Um 23Uhr haben wir uns dann an der Junction getroffen und sind in den Club und haben weitergetrunken, leider ohne was zum Abendbrot gegessen zu haben, Naja, was soll ich sagen, es war auch ziemlich warm und so hat der Alkohol wieder mal extrem schnell gewirkt.. Es war ein großartiger Abend und ich war noch nie in einer so vollen Disko, um 3Uhr waren so viele Menschen auf der Tanzfläche, dass der Place completely blocked war und alle zwischen den Stühlen und Tischen getanzt haben. Zu hause waren wir um halb sechs und die beiden gute erzogenen Gentlemen haben uns erst nach Hause gebracht und sind dann wieder zurück zu ihrem Haus gefahren, damit uns auch ja nichts passiert… Es hieß, ich hätte ein glückliches Händchen für unglückliche Situationen. Als wir zu Hause waren hatten wir Strom, das hieß dass ich nicht schlafen konnte, weil ich mein altes Zimmer in das am Mittag zwei neue Volunteers ziehen sollten, fegen und wischen musste, weil ich das abends nicht machen konnte weil es dunkel war.

Zum Zimmer: Ich hab jetzt kein eigenes Zimmer mehr, sondern musste zur Dame aus Ostdeutschland ins Zimmer ziehen, damit die beiden neuen zusammen in ein Zimmer können. Das bedeutet, keinen Kleiderschrank mehr auf dem Fußboden, keine Teetassen-Sammlung vorm Bett und  nicht mehr abends singend im Bett liegen und Gott dafür danken, dass ich in Europa geboren bin. Ab jetzt muss alles ordentlich und leise sein… Nicht unbedingt meine Stärke. Nachdem alles gesäubert war und hab ich geduscht und hab mich auf dem Weg zu einem Bekannten gemacht mit dem ich in die Kirche wollte, dort angekommen war ich allerdings so fertig, dass während ich wartete, dass er seine Schuhe anhat, auf dem Sofa eingeschlafen bin. Dann durfte ich nicht mit in die Kirche, weil ich angeblich zu müde war, haha, Hannibals Soldaten haben auch nur Sekundenschlaf gehabt, bevor sie die Alpen überquert haben, wenn er mich gelassen hätte, hätte ich sicherlich noch was großes reißen können. Aber so bin ich zurück nach Hause und hab in „UNSEREM“ Zimmer geschlafen. Bis Abends, dann waren wir mit den Neuen teuer Pizza essen und danach früh ins Bettchen und schlafen.

5.10.09 23:52

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