Kekse zur Völkerverständigung

In unsere Area wohnt eine Frau, die zwei kleine Kinder hat. Eins ist so mini, dass man es fast übersieht, wenn sie es sich auf den Rücken bindet, das andere ist zwei Jahre alt und hat panische Angst vor uns Obrunis. Jedesmal wenn er uns sieht fängt er an zu schrien, heulen und krallt sich an seiner Mutter fest. Das passiert ungefähr einmal in der Woche und das seit dem ich hier bin. Gestern hab ich zum ersten Mal gesehen wo die Mutter ihren Shop hat und dort Cola gekauft. Der kleine Junge war auch im Shop und hat nicht geheult, sich nur hinter einer Cola Kiste versucht zu verstecken. Als ich ihm aber die guten deutschen Leipniz-Kekse angeboten hab, hat er sogar sein Versteck verlassen. Als seine rechte Hand voll mit Keksen war hat er sogar seine linke noch hin gehalten. Dann seine Mutter ihn erwartungsvoll angeguckt und gemeint:“und was sagt man?“ und  er kleine sagt ganz stolz „Obruni!“. Das zeigt wieder mal die Sache von der richtigen Seite, denn viel wichtiger als Danke zu sagen ist, mich daran zu erinnern, dass ich weiß, europäisch ind reich bin und dass es für mich verdammt einfach ist anderen Menschen hier zu helfen und das manchmal nur, weil ich  aufgrund meines Einzelkind-extra-treatments niemals verzichten musste. Verabschiedet hat er sich dann mit „bye bye“ und hat völlig voll gekrümelt mit beiden Händen gewunken, süß.

 

Am Freitagabend war ich mit Anne im Kino und eigentlich wollten wie „Beim Leben meiner Schwester“sehen, der schon seit einer Woche laufen sollte. Aaaaber, this is Ghana for you. Denn der Film lief noch nicht, obwohl er angeblich schon seit einer Woche laufen sollte… AHhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh, ein Kino-Mitarbeiter hat versucht mich zu beschwichtigen, keine gute Idee, wieso macht man dick Werbung für etwas was nicht existiert und warum ist das Ticket so teuer, wenn es keinen Service gibt? Das Ende vom Lied war, das er uns for free in einen Film unserer Wahl gelassen hat. Dann haben wir Pelham-blablabla gesehen, für umsosnt ok, aber bezahlt hätte ich so einen Schieß-Film nicht…

Samstagabend wollte ich dann eigentlich mal wieder E-mails schreiben, aber dann hatte irgendwer die Idee feiern zu gehen. Naja, und da mussten die E-mails halt warten. Ich bin den beiden neuen Volunters, dem Kino-mann und zwei seiner Freunde erst in einen Night-Club called „Bus Stop“ gegangen und es war ganz nett, aber nur weil ich schon voll betrunken war, weil wir uns eine Literflasche Wodka für 3€ an der Tankstelle gekauft haben, dieser wurde mit Apfelsaft, der nach den sauren Apfelringen von Haribo geschmeckt hat gemischt und so war die Stimmung verdammt schnell auf dem Höhepunkt und der Wodka, sehr schnell leer…

Als mir nach einer Stunde im Club dann gesagt wurde, dass wir im Stadtteil Nima sind, hatte ich das Bedürfnis die Veranstaltung sofort zu beenden, das es in Nima die meistens bewaffneten Überfälle in ganz Accra gibt. Also sind wir raus aus dem Club und mit dem Taxi zum nächsten, in den sind wir wieder ohne Eintritt zu bezahlen rein, weil der eine Freund vom Kino-Man Dj ist und immer Connections hatte. Der Club hat uns leider nicht gefallen und so sind wir dann in den dritten, wieder for free und der war dann großartig bis morgens um sieben, dann waren wir so müde das wir nach Hause wollten. Sonntag wurde dann nicht gemacht außer geschlafen, geduscht und gegessen.

Heute habe ich mich dann drei Stunden mit den unfähigen Menschen von Migration Office auseinander gesetzt, die leider zu dumm sind mein simple Entry-Visa in ein multiple entry-visa umzutauschen und jetzt musste ich so ein scheiß teures re-entry visum kaufen, bin pleite und genervt von der nicht funktionierenden Bürokratie, aber thank god, i’m healthy und das ist im Moment das wichtigste.

12.10.09 18:00

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