Togo

Am 1. November ging es morgens um 4Uhr los zur Station, um 5Uhr war das Tro-Tro dann voll besetzt und es ging los. Ich saß mit meinem Freund auf der letzten Bank, was nicht besonders toll war, da die Scheibe des Kofferraums die einzige des ganzen Fahrzeugs war, die nicht getönt war und so schien uns die Sonne auf den Rücken und wir brutzelten. Wenn man auf die Landkarte guckt ist Lomé nicht weit entfernt von der Grenze und von Accra zur Grenze ist es auch nicht besonders weit, daher ist die Distanz nicht dass was die Reise beschwerlich macht, sondern der Zustand der Straße  oder eher der Piste. Denn das einzige was sie von der restlichen Buschlandschaft unterscheidet ist, dass dort keine Pflanzen stehen, ansonsten ist es auch einfach nur Sand und Steine. Aufgrund dieser schlechten Infrastruktur haben wir dann 8Stunden bis Lomé gebraucht wobei wir circa eine Stunde zum überqueren der Grenze geraucht haben, denn da müssen alle Passagiere aus dem Tro-Tro aussteigen und zu Fuß über die Grenze. Das verwunderliche ist, dass man sein Gepäck im Fahrzeug lassen kann, das Fahrzeug fährt dann über die Grenze und wir werden beim überschreiten abgetastet und gefragt ob wir etwas zu verzollen haben… Wie wahrscheinlich ist es, dass man die zu schmuggelnde Ware in der Hosentasche transportier? Als wir dann nachmittags um 4uhr in Lomé ankamen haben wir versucht ein Hotel zu finden, dass Sicherheitspersonal vor der Tür hat und das war nicht besonders einfach. Irgendwann haben wir dann eins gefunden und konnten endlich duschen. Fließendes Wasser, großartig. Danach sind wir in eine chop-Bar gegangen um zu essen. Aber das togolesische Essen schmeckt mir nicht, zu sauer und scharf.

Am Nächsten Morgen ging es dann ins Zentrum zum sight-seeing. Die Stadt erinnert sehr an Europa, überall gibt es Ampeln und Zebrastreifen, die auch benutzt werden bzw. funktionieren. In Accra stehen die Ampeln dagegen nur zur Deko. Außerdem gibt es in Lomé nicht diesen schrecklichen Stau, da nur wenige Autos unterwegs sind, denn die Togolesen bewegen sich meherheitlich per Okada fort. Das sind kleine Motorräder, auf denen auch gerne drei Personen sitzen oder eine und ein Regal auf dem Rücken und um den Hals gebunden hängt ein kleines Zicklein. In den nächste drei Tagen haben wir uns dann alles angeguckt von Palais du congrés über Museé naational bis zur Cathedral. Die Kirche war besonders schön, es ist die größte in Togo und wurde von Deutschen erbaut, die so klug waren hinter der Kathedrale ein kleines Kloster zu bauen, welches heute als Elite-Schule  genutzt wird. Außerdem waren wir noch am Strand, der wirklich schön ist, vor allem weil es keinen Müll gibt und auf Westafrikas größtem Fetisch-Markt. Der Fetisch-Markt war mit Abstand das interessanteste auf der ganzen Reise. Ein riesiger Markt mit vielen Buden in denen Tierköpfe, Zähne, Felle oder ganze getrocknete Tiere angeboten werden. Bevor wir den Markt verließen konnten wir noch zu einem Fetisch-Chief, der eigentlich eine Zeremonie für uns machen wollte, da wir dem ganzen Hokuspokus aber sehr kritisch gegenüberstanden, hat er dann eine verkürzte Version zum kennenlernen gemacht und das hat schon gereicht.

Am nächsten reisten wir nach Togoville, das Dorf wo die Deutschen Togo gegründet haben. Das kleine Dorf erreicht man nur per Kanu, also mussten wir uns vom einem Dorfbewohner hinüberschiffen lassen. Im Dorf haben wir uns dann die Blindenschule, die Denkmäler und natürlich die Kirche angeguckt. Was erstaunlich ist, dass das kleine Dorf Eisenbahnschienen hat, sodass die Waren per Zug Transportiert werden können, sie sollten dringend auch den Personenverkehr einführen, aber wahrscheinlich würde dies die Idylle zerstören.

 

Gegen Nachmittag ging es dann zurück und abends wollten wir europäisch Essen. Während wir in dem Restaurant welches direkt an der Hauptstrasse war, auf der Terrasse saßen und auf unser Essen warteten, gab es plötzlich ein riesen Geschrei vor den Autos die an der Straße parkten. Zuerst dachten wir es wäre mal wieder einer von den fähigen Taxifahrern, die sich beim Bremsen oder einparken verschätzt haben. Nach kurzer Zeit sahen wir jedoch, wir einer der Männer einen ca. 12 jährigen Jungen am Kragen hochhielt. Die Polizei war sehr schnell da und nahm nach ebenfalls lautem Geschrei den Jungen mit, weil er  -ACHTUNG- das Auto das Manes klauen wollte. Das Auto des fetten Schnösels war ein VW Touareg. Wie soll denn ein kleiner Junge so ein Auto klauen??? Wenn es einer von den alten Astra-Taxis gewesen wäre ok, aber so ein Auto…Jedenfalls musste er mit zur Polizei und das ist auf einem Kontinent wie Afrika mehr als schrecklich.                                                        

22.11.09 10:20

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